Kategorien-Archiv Herbarium

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Kümmel

Gewürz- und Heilkraut ohne Nebenwirkungen – das ist der Kümmel. Seine Frucht (Samen) hilft bei der Verdauung, wirkt blähungstreibend und lindert damit zusammenhängende Krämpfe in Magen und Darm. (Wichtig ist natürlich, die Winde dann auch zu entlassen!).

Wer mit Darmpilz zu tun hat, kann versuchen, ihn mit Kümmelöl (zb auf einem kleinen Zuckertablettchen) zu bekämpfen – denn das mag er offensichtlich gar nicht.

Kümmel

Kümmelpflanze im botanischen Garten

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Nesselgewächse (Urticaceae)

Nesselgewächse haben ihren Namen von den Nesselhaaren, die häufig ihre Blätter überziehen und deren Inhaltsstoffe Juckreiz verursachen. Sie ernähren viele Schmetterlingsraupen. (Vielleicht schützen sie sie auch?). Die wichtigste Vertreterin dieser Familie hierzulande ist die Brennnessel, die ich euch als Pflanzenfreundin ganz besonders ans Herz legen möchte.

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Doldenblütler (Apiaceae)

Unter den Doldenblütlern finden sich einige essbare und wertvolle Heil-, aber auch zahlreiche Giftpflanzen. Es ist daher hier besonders wichtig, ganz genau zu schauen und sich vor allem die Unterscheidungsmerkmale einzuprägen. Hierzu finden sich bei den relevanten Pflanzen Verweise auf Verwechslungsmöglichkeiten (Achtung: keine Garantie auf Vollständigkeit!). Eine umfangreichere Zusammenfassung habe ich online in dem Artikel „Wilde Möhre oder Schierling“ gefunden.

Gemeinsame Merkmale der Mitglieder dieser Pflanzenfamilie sind:

  • ein- oder mehrfach gefiederte Blätter
  • Blätter sind stets wechselständig, häufig mit auffälliger Blattscheide
  • der charakteristische Blütenaufbau in Form von mehreren, meist kreis-symmetrisch angeordneten Dolden oder Doppeldolden
  • die Stengel sind meist hohl und haben auffällig verdickte Knoten
  • oft bilden sie Pfahlwurzeln
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Brennnessel

Brennnesseln kennen wir alle – und dass ihr Brennen (äußerliche Anwendung) gegen Gicht und Rheuma helfen soll, sollte uns als Kinder trösten, wenn wir versehentlich in Kontakt mit ihr kamen.

Weder für die äußerliche noch für die innerliche Anwendung werden jedoch von der EMA Nachweise der Wirksamkeit gelistet – lediglich der traditionelle Gebrauch für Durchspülungstherapien (bei Erkrankungen der Harnwege oder zur Entgiftung) sowie zur Schmerzlinderung bei leichten Beschwerden des Bewegungsapparats ist dort dokumentiert.

Für mich persönlich ist die Brennnessel aber eines der besten Mittel bei gereiztem oder krankem Magen (entzündeter Magenschleimhaut) – schon ein Teller Kartoffelsuppe mit reichlich Brennnessel hat bei mir regelrecht Wunder gewirkt. Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften werden auch im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen, Rheuma, Arthrose und Arthritis beschrieben. Dass bei Erkrankungen des Bewegungsapparats noch eine deutliche Linderung der Schmerzen dazukommt, steht sogar in der EMA-Monographie (siehe oben).

Der Verzehr von Brennnesseln belohnt uns außerdem mit der Zufuhr von Eisen, Vitaminen, Mineralstoffe und Antioxidanzien. Das sorgt für bessere Sauerstoffaufnahme und ein stärkeres Immunsystem.

Und das Beste ist: diese Medizin ist fast das ganze Jahr über reichlich vorhanden, oft ganz in deiner Nähe. Ein paar tolle Rezepte für den heilsamen Genuss findet ihr hier.

Es gibt die kleine (Urtica Ures) und die große (Urtica dioica) Brennnessel. Beide sind gleich wirksam. Verwendet werden Blätter, Samen und Wurzeln.

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Herzgespannkraut

 

Herzgespannkraut (Leonurus cardiaca) wirkt unterstützend bei nervösen Herzbeschwerden und Spannungszuständen. Volksmedizinisch wird ihm auch eine krampflösende Wirkung im Gebärmutter- und im
Magen-Darm-Bereich nachgesagt.

Es wird eine 2-4 wöchige Kur empfohlen, wobei täglich eine Tasse Tee (je 2-4 TL Herzgespannkraut pro Tasse) getrunken werden soll. Dabei kann das Reaktionsvermögen eingeschränkt sein – erhöhte
Vorsicht also im Straßenverkehr!). Wenn danach keine Besserung eintritt zur Ärztin gehen!

Ein sehr ausführlicher und schöner Artikel auf Englisch über das Herzgespannkraut („Motherwort“) ist hier zu finden: „Motherwort„.

Herzgespannkraut im Botanischen Garten München
Herzgespannkraut im Botanischen Garten München

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Senna, Alexandrinische

 

Sennesblätter, die auf Grund ihrer nicht krebserregenden Anthranoide noch heute als Abführmittel Verwendung finden, werden von der alexandrinischen Senna (Senna alexandrina)
geerntet.

Botanisch ist sie eine Besonderheit unter den Lippenblütlern: sie hat paarig gefiederte Blätter und Hülsen ohne falsche Scheidewand.

Blätter und Blüte der Cassia Senna
Blätter und Blüte der Cassia Senna

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Mönchspfeffer = Keuschlammfrüchte

 

Ob bei PMS, Brustspannen, Zusatzblutungen oder Ausbleiben der Monatsblutungen: Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) hilft!

Die Wirkmechanismen sind noch nicht ganz verstanden, aber der offensichtliche Einfluss auf die Hormonregulierung verbietet eine Anwendung bei hormonabhängigen Tumoren, in der Stillzeit, der
Kindheit und bei Schwangerschaft.

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Wilde Karde

 

In der Volksheilkunde wurde und wird die Wurzel äußerlich bei kleine Wunden, Gerstenkörnern, Fisteln, Hautflechten, Nagelgeschwüren, Warzen und Schrund eingesetzt. Die Wurzeltinktur hilft laut
W. Storl auch gegen Borreliose – dies ist aber umstritten!

Wilde Karde vor der Blüte.
Wilde Karde vor der Blüte.

Stengel und Blätter der Wilden Karde.
Stengel und Blätter der Wilden Karde.

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Sumpf-Schafgarbe

 

Die Sumpf-Schafgarbe enthält, wie alle Schafgarben, ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe mit cholagoger und krampflösender Wirkung und kann als Amara-Aromatikum bei Verdauungsbeschwerden
eingesetzt werden. Verwendet wird das blühende Kraut.

Blütenstand der Sumpf-Schafgarbe.
Blütenstand der Sumpf-Schafgarbe.

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Odermennig, Gemeiner

 

Der gemeine Odermennig oder Ackerkraut (Agrimonia eupatoria) wirkt gegen Durchfall, aber auch entzündungshemmend auf den Schleimhäuten im Mund. Verwendet wird das
Kraut.

Laut Kommission E ist der Tee auch wirksam gegen Bronchitis.